…so der Name eines Projektes in Sachsen-Anhalt.
Es geht darum, Jugendliche auf den Pfad Engels, Marx’ und vielleicht auch Lenins zurückzuholen. Wirklich? Die dortigen Jungs und Mädels dürfen ohne Strafe „Nazis raus“ auf Häuser, Hallen und alles andere sprayen. Wie gesagt, ohne Bestrafung, den Ärger damit haben nur die jeweiligen Eigentümer der gesprayten Wände etc. In Sachsen-Anhalt gab es im Jahr 2007 352 Straftaten, die der rechtsextremen Szene zugeteilt wurden. 286 davon sind Propagandadelikte (Flyer, Hakenkreuze u.ä.), 39 mal zählt man Volksverhetzung. Von linker Propaganda oder linksseitiger Volksverhetzung hört man dagegen nicht, da Linksextremismus mehr staatskonform ist als Rechtsextremismus. Im Übrigen wurden 2007 vom linksextremen Spektrum 57 Straftaten verübt.
Damit ist die Zahl der rechten Delikte um 19,1 % gesunken, die der linken nur um 17,8 %.

Von 1400 Rechtsextremisten in Sachsen-Anhalt werden laut Innenminister Hövelmann 800 der „gewaltbereiten Szene“ zugeordnet. Irrelevant scheint wohl zu sein, wie viele Linksextremisten sich dagegen als Nazijäger oder Jäger derer, die sie als Nazis bestimmen, festlegen. Ebenso, ob auch die Linken „gewaltbereit“ sind. Es versteht sich also jemand (H.) als Schild und Schwert einer Partei…fraglich bleibt, welcher.

Die Russen sind da. Das „böse Russland“, wie einst im Kalten Krieg. Eine gelungene Renaissance der russischen Image in der aktuellen Berichterstattung, wenngleich sich die „westlichen“ Medien um scheinbare Objektivität bemühen. Dennoch lässt sich die Tendenz „das böse Russland überfällt unschuldige, arme Länder“ nicht leugnen.

Bekanntlich liegt Russland nah an der „Achse des Bösen“. Damit lässt es sich nur zu gut in das schwarzweiße Denkmuster á la „gut und schlecht“ einordnen. Die vermeintlich Guten meldeten sich umgehend zu Wort, so warf der amerkanische Präsident Bush sogleich im Glashaus sitzend mit Steinen um sich: „Das Land [Georgien] ist ein souveräner Staat, dessen territoriale Integrität respektiert werden muss.“ Jedoch hätte Georgien ohne Zustimmung der USA nicht den Schritt der Besetzung Südossetiens gewagt. Georgien ist sowohl militärisch als auch ökonomisch von den USA abhängig und würde wohl kaum die fütternde Hand beißen. Amerika schiebt lediglich Russland die Schuld zu.

Was sollte damit erreicht werden? Wollte man Georgien dazu  nutzen, um durch den damit entstehenden Krieg von eigenen Interessen abzulenken? Oder hoffte Georgien im Taumel Olympias Südossetien still und leise unter Kontrolle bringen zu können, ohne dass Russland diese Aktion zum erbitterten Krieg ausdehnen würde. Weitab des westlichen Medienmonopols gab es Berichte über Truppenbewegungen der USA und einiger verbündeter Staaten in Richtung Persischer Golf. Kriegsvorbereitungen auf den Iran? Roosevelt soll sich mit Reagan auf den Weg in den Nahen Osten gemacht haben um dort mit Kampfverbänden der USS Peleliu und Lincoln zu zusammenzutreffen. Sollte Georgien also nur das Bauernopfer sein? Trotzdem ein Konflikt mit globaler Auswirkung. Die sich in Richtung „Kalter Krieg“ bewegende Rhetorik wird damit nur verstärkt. Wie so oft leidet vor allem die Zivilbevölkerung unter den machtbesessenen Figuren.

Andererseits wurde noch vor wenigen Wochen in Moskauer Zeitungen darüber berichtet, dass sich die russische Armee in einem denkbar schlechten Zustand befinde und eine Reform dringend notwenig wäre, nun marschiert eben diese Armee in Georgien ein. Für alter Größe nachtrauernden Traditionalisten sollte dieser Umstand nun ein christlich-orthodoxes Weihnachten und Ostern zusammen sein. Ebenso werden manche erfreut sein, dass sich Moskau wieder traut, den Westen zu provozieren und damit ein wenig an die drohende Großmacht von einst anschließt.

Dennoch ist der „zweite Kalte Krieg“ übertrieben. Dazu ist Georgien für Amerika zu uninteressant, auch trotz der sich nicht in russischer Reichweite befindlichen Pipeline. Der Streit um zwei Provinzen ist zu profan.
Praktisch für Russland: Russland kann demonstrieren, dass der Westen vom ureigenen Interessengebiet Moskaus besser die Finger lassen sollte. Auch spricht man wieder vom „Russischen Bär“, eben dieser sei nun zurück aus den sibirischen Wäldern, wahr wohl aber nie verschwunden. Der Westen hoffte, mit dem nun schwächeren Moskau eine neue Phase der Ost-West-Kooperation beginnen zu können.

In den Medien wird weiterhin berichtet, dass Georgiens Präsident Saakashwili ein Friedensangebot nach dem anderen macht, während Russland den Feldzug fortsetzt. Die russischen Gewaltakte sollen keinesfalls legitimiert werden, es ist lediglich von einseitigen Medienberichten die Rede, wie bei so vielen Überfällen halten die westeuropäischen Medien auch nur dem Westen die Stange.

Unklar bleibt, ob Georgien dauerhaft von Russland besetzt bleiben soll, bislang werden diese Vermutungen dementiert. Es wäre jenseits allem, was die USA und die EU akzeptieren könnten. Wahrscheinlicher ist es, dass Südossetien und Abchasien besetzt bleiben und Russland sich damit nimmt, was es schon lange als sein Eigen betrachtet. Bisher fehlte lediglich die völkerrechtliche Anerkennung, diese hätte jedoch aus einer von der internationalen Wahrnehmung fernen, dauerhaften Provokation eine ernsthaftes Problem gemacht.
Wichtiger als die Details des russischen Einmarsches ist wohl aber der Umstand, dass Russland im Machtpoker mit dem Westen deutlich gepunktet hat.

Die Mitglieder der Organisation „Lebensschützer“ stammen vornehmlich aus fundamentalistisch christlichen Kreisen, zusammengefasst in zahlreichen Gruppen wie „Euro Pro Life“ oder „Helfer für Gottes kostbare Kinder“.
Grundlage ihrer reaktionären Ideologie ist die Schöpfungsordnung nach Adam und Eva, also zutiefst patriachal und heteronormaitv, Frauen werden einzig und allein als Mütter wahrgenommen, da dies Gottes Plan sei. Frauen wird dabei das Recht am eigenen Körper grundsätzlich abgesprochen, man wendet sich sowohl gegen Verhütung als vor allem auch gegen Abtreibung.
Zitat: „Wird eine Frau nach einer Vergewaltigung schwanger, dann hat’s ihr Spaß gemacht.“ (Salzburger Erzbischof Georg der Anfang der 90er)
Es zeigt sich sowohl der kirchliche Hintergrund als auch der Status der Organisation – die katholische Amtskirche ist einer der führenden Unterstützer. Der Papst Josef Ratzinger war beispielsweise von 1981 bis 2005 Präfekt der Heiligen Kongretation für Glaubensfragen, dieses Gremium stellt sich ebenfalls radikal gegen Abtreibung und Verhütung. Nicht nur offensichtlich religiös geprägte Organisationen vetreten diese Ansicht, ebenso verbreiten vermeintlich (!) weltliche Vereinigungen mit sachlich-neutralen Informationen die „Lebensschützer“-Ideologie, so die „Europäische Ärzte Aktion“. Fernab vom religiösen Bereich sind zahlreiche LebensschützerInnen in Parteien organisiert, außer in den eigenen Parteien „Christliche Liga“ oder „Christliche Mitte“ findet man Anhänger der Organisation auch in der CDU/CSU (bei den „Christdemokraten für das Leben“ (CDL)) oder der FDP (im Gesprächskreis „Lebenskreis“), ebenso aber auch bei der SPD und den Grünen.
Politisch haben die genannten Parteien wenig mit den „Lebensschützern“ gemein, deren Ideologie lässt sich weit rechts einordnen. Mit der patriarchalen, heteronormativen Einstellung gehen sowohl rassistische als auch völkische Standpunkte einher, ebenso antisemitische.
Nur all zu gern spricht man vom „Aussterben des deutschen Volkes“,so der Kardinal-von-Galen-Kreis 1991 in einem Biref an den damaligen Innenminister Schäuble: „“Der Krieg gegen die Kinder bringt und jährlich Menschenverluste, die in der Größenordnung des Russlandfeldzuges liegen. Diese Verluste werden durch Asylanten ausgeglichen. Diese erhalten soziale Zuwendungen, die wir durch die Tötung deutscher Kinder eingespart haben, ein Teufelskreis, der mit der Vernichtung unseres Volkes endet.“
Ebenso setzt man Schwangerschaftsabbrüche mit dem Holocaust gleich, es entstehen Worte wie „Babycaust“ oder man vergleicht Abtreibungen mit dem Nationalsozialismus, wobei Abtreibungen als schlimmer dargestellt werden, da diese auf Egoismus und Ichsucht basieren und die Tötung aus Selbstsucht damit schlimmer ist und im Gegensatz dazu der Massenmord der Nazis mit einer Ideologie versehen war, schließlich hätten sich die Opfer der Nazis gegen das Unrecht wehren können, denn sie seien ja erwachsen gewesen.
Die Parallelen der „Lebensschützer“ zu den Nazis zeigen sich auch in den Idealen: Vaterlandsliebe, Ehre, Gehorsam, Opferbereitschaft (vor allem der Frauen), Ein- und Unterordnung. Der Unterschied ist wahrscheinlich, dass bei den einen der Führer Adolf Hitler hieß, bei den anderen dagegen Jesus.

Bekanntlich müssen sich Frauen vor einem Schwangerschaftsabbruch einem Beratungsgepräch unterziehen, laut den Lebensschützern werde die Frau damit als unmündig und unwissend bewertet, schließlich gäbe es für Männer in keinerlei Zusammenhang eine ähnliche Bestimmung. Es zeige sich also auch im Kapitalismus Patriachat, patriarchale Kontrolle und Rollenverhalten.

Info: am 20. September findet in Berlin ein „1000-Kreuze-Marsch“ der „Lebensschützer“ statt, ebenso am 4. Oktober in München. In Berlin bildete sich bereits ein Gegenbündnis; in München mobilisieren ebenfalls die „Freien Nationalen München“ (um P. Hasselbach), ebenso findet vom 3.-5. Oktober ein Kongress der „Lebensschützer“ statt.

„Unsere Heimat, das sind nicht nur die Städte und Dörfer,Unsere Heimat sind auch all die Bäume im Wald.Unsere Heimat ist das Gras auf der Wiese, das Korn auf dem Feld,Und die Vögel in der Luft und die Tiere der ErdeUnd die Fische im Fluß sind die Heimat.Und wir lieben die Heimat, die schöneUnd wir schützen sie, weil sie dem Volke gehört,Weil sie unserem Volke gehört.“

ich
rechts: Kerstin; links: ich
Lachen, lächeln, strahlen...viel und gern.
Lachen, lächeln, strahlen…viel und gern.
-)
Jena-Ziegenhain :-)

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